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EIN CASA RURAL ODER EIN B&B IN SPANIEN ERÖFFNEN? DAS SIND DIE WICHTIGSTEN PUNKTE, AUF DIE DU ACHTEN SOLLTEST

EIN CASA RURAL ODER EIN B&B IN SPANIEN ERÖFFNEN? DAS SIND DIE WICHTIGSTEN PUNKTE, AUF DIE DU ACHTEN SOLLTEST
14 Jul

Die Eröffnung einer Casa Rural oder eines B&B in Spanien erfordert Genehmigungen, eine steuerliche Anmeldung und eine regionale Zulassung, wobei die Vorschriften je nach autonomer Gemeinschaft (comunidad autónoma) variieren. Wer all diese Punkte vorab prüft, vermeidet Bußgelder und Verzögerungen.

Immer mehr Belgier, Niederländer, Franzosen, Deutsche und Skandinavier kaufen ein Landhaus in Spanien mit der Absicht, dort Gäste zu empfangen. Das Angebot an touristischen Vermietungen wächst rasant: Im vergangenen Jahr gab es mehr Übernachtungen in Ferienunterkünften als in Hotels, auf Campingplätzen und in ländlichen Unterkünften zusammen. Wer selbst einsteigen möchte, stellt jedoch schnell fest, dass es in Spanien keine landesweite Regelung für Casas Rurales gibt. Jede autonome Gemeinschaft (comunidad autónoma) bestimmt selbst, welche Standards für Bau, Sicherheit und Registrierung gelten. Was in Asturien ausreicht, kann in Andalusien ungenügend sein.

Die Realität hinter dem Traum: Fernsehen versus Praxis

Bevor Sie diesen Schritt wagen, ist ein nüchterner Blick auf die Realität unerlässlich. Fernsehsendungen, die Familien bei der Gründung eines B&B begleiten, dienen in erster Linie der Erzielung hoher Einschaltquoten. Sie zeichnen oft ein romantisiertes Bild des spanischen Lebens. Die Realität ist, dass man mit dem Betrieb eines B&B oder einer Casa Rural in Spanien in der Regel nicht reich wird. Viele überschätzen die Einnahmen und unterschätzen die körperliche Arbeit, die Betriebskosten und den administrativen Druck.

Aufgrund dieser Überschätzung werden viele Immobilien von enthusiastischen Unternehmern erworben, die letztendlich mit einer großen Desillusionierung zurückbleiben. Eine gründliche Vorbereitung, realistische Finanzprognosen und eine professionelle Begleitung beim Kauf durch einen zuverlässigen Partner wie ImmoMoment sind notwendig, um zu verhindern, dass Ihr spanischer Traum in einer Enttäuschung endet.

Die folgende Übersicht mit allen wichtigen Punkten bietet Ihnen einen vollständigen Leitfaden, vom ersten Grundstückskauf bis zur letzten Steuererklärung.

Welche Standort- und Immobilienanforderungen gelten?

  1. Die Immobilie muss in einer ländlichen Zone liegen, die meist als suelo no urbanizable (nicht bebaubares Land, bestimmt für landwirtschaftliche oder ländliche Nutzung) klassifiziert ist.
  2. Überprüfen Sie den Baustil: Viele Regionen verlangen, dass sich das Gebäude in die traditionelle Architektur der Gegend einfügt.
  3. Fordern Sie eine nota simple (Grundbuchauszug) an, um die Eigentumsverhältnisse und eventuelle Lasten oder Schulden zu prüfen.
  4. Prüfen Sie, ob An- und Umbauten offiziell registriert sind; nicht registrierte Erweiterungen führen später zu Legalisierungskosten.
  5. Lassen Sie den Zustand der Strom-, Wasser- und Abwasserleitungen technisch überprüfen.
  6. Mindestfläche pro Zimmer: In der Regel 6 m² für Einzel- und 12 m² für Doppelzimmer, dies variiert jedoch je nach Region.
  7. Stellen Sie eine Trinkwasserversorgung und ein genehmigtes Abwassersystem sicher, insbesondere bei einer Klärgrube (septic tank).
  8. Prüfen Sie, ob Parkplätze und Barrierefreiheit den örtlichen Standards entsprechen.
  9. Erkundigen Sie sich, ob die Immobilie in einem Naturschutzgebiet liegt, da dies zusätzliche Einschränkungen mit sich bringt.
  10. Planen Sie einen Architekten und einen aparejador (technischer Architekt oder Bauingenieur) ein, falls Umbauten erforderlich sind.

Welche Genehmigungen sind obligatorisch?

  1. Beantragen Sie eine Betriebslizenz (licencia de actividad) beim zuständigen Rathaus (Ayuntamiento).
  2. In einigen Regionen reicht eine Selbsterklärung (declaración responsable) aus, was ein einfacheres Verwaltungsverfahren darstellt.
  3. Falls Sie umbauen, beantragen Sie eine separate Baugenehmigung (licencia de obra).
  4. Lassen Sie sich eine Bewohnbarkeitsbescheinigung (cédula de habitabilidad) ausstellen, die bestätigt, dass das Gebäude für Wohnzwecke geeignet ist.
  5. Sorgen Sie für einen Energieausweis, der bei der Registrierung zwingend erforderlich ist.
  6. Tragen Sie die Immobilie in das regionale Tourismusregister (Registro de Turismo) Ihrer autonomen Gemeinschaft ein.
  7. Prüfen Sie, ob Ihre Region neben der Lizenz für die Casa Rural eine separate VUT-Lizenz (Vivienda de Uso Turístico, Lizenz zur touristischen Nutzung) verlangt.
  8. Berücksichtigen Sie Wartezeiten: Je nach Gemeinde kann es bis zu einem Jahr dauern, bis eine Eröffnungsgenehmigung erteilt wird.
  9. Erkundigen Sie sich, welche Kategorie (Sterne, Schlüssel oder ein eigenes regionales System) auf Ihre Unterkunftsart zutrifft.
  10. Stellen Sie sicher, dass Sie die Genehmigung im Falle eines Verkaufs oder einer Übernahme ordnungsgemäß auf den neuen Eigentümer übertragen.

Wie steht es um die steuerlichen und rechtlichen Verpflichtungen?

  1. Als Ausländer müssen Sie zuerst eine NIE (Ausländeridentifikationsnummer) beantragen, da Sie ohne diese Nummer weder Eigentum registrieren noch Steuern zahlen können.
  2. Melden Sie sich beim spanischen Finanzamt (Hacienda) mit dem Formular 036 oder 037 an.
  3. Wählen Sie den richtigen IAE-Code (Gewerbesteuer-Aktivität) für die Erbringung von Beherbergungsleistungen.
  4. Melden Sie sich als Selbstständiger (autónomo) bei der Sozialversicherung (Seguridad Social) über das RETA-Register an.
  5. Stellen Sie sich auf einen monatlichen Mindest-Sozialversicherungsbeitrag ein, auch wenn Sie in den ersten Monaten noch keine Einnahmen erzielen.
  6. Entscheiden Sie, ob Sie Serviceleistungen wie Reinigung oder Frühstück anbieten: Dadurch wird Ihre Tätigkeit steuerlich zu einer hotelähnlichen Dienstleistung, die mit 10 Prozent Mehrwertsteuer (IVA) belegt wird.
  7. Ohne diese Serviceleistungen ist die Vermietung in der Regel von der Mehrwertsteuer befreit, Sie zahlen dann jedoch stattdessen die Grunderwerbsteuer (ITP).
  8. Reichen Sie jedes Quartal das Formular 303 (Modelo 303) für die Mehrwertsteuererklärung ein.
  9. Berücksichtigen Sie die neue europäische Mehrwertsteuerregelung, die ab 2028 ohnehin eine Mehrwertsteuerpflicht auf kurzfristige touristische Vermietungen vorschreibt, auch ohne Zusatzleistungen.
  10. Reservieren Sie ein Budget für die Einkommensteuer (IRPF) basierend auf der progressiven Skala zwischen 19 und 47 Prozent.
  11. Bewahren Sie alle Rechnungen auf: Die Vermietung über Airbnb oder Booking zählt steuerlich vollständig mit, auch wenn keine Rechnung ausgestellt wurde.
  12. Prüfen Sie, ob Ihre Region eine Tourismusabgabe erhebt, wie es in Katalonien und auf den Balearen bereits der Fall ist.
  13. Schließen Sie eine Haftpflichtversicherung ab, die Schäden an Gästen abdeckt.
  14. Beauftragen Sie einen Buchhalter oder eine Gestoría mit der Erstellung der Quartalserklärungen und des Jahresabschlusses.

Worauf müssen Sie bei Sicherheit und Gästeverwaltung achten?

  1. Installieren Sie Rauchmelder, Feuerlöscher und gut ausgeschilderte Fluchtwege.
  2. Lassen Sie Gas- und Elektroinstallationen regelmäßig überprüfen und zertifizieren.
  3. Führen Sie ein Gästebuch und melden Sie Belegungen an die Guardia Civil oder Policía Nacional über die Plattform SES.Hospedajes.
  4. Händigen Sie den Gästen bei der Ankunft ein Informationsblatt mit den Hausregeln und Preisen aus.
  5. Erstellen Sie eine Hausordnung für das gemeinschaftliche Zusammenleben.
  6. Sorgen Sie für barrierefreie Einrichtungen, falls Sie Gäste mit körperlichen Einschränkungen empfangen möchten.

Wie gehen Sie Finanzierung und Betrieb an?

  1. Berechnen Sie vorab die gesamte Investition: Grundstück, Umbau, Genehmigungen und Mobiliar.
  2. Informieren Sie sich beim regionalen Ministerium (consejería) für Landwirtschaft oder Tourismus über europäische LEADER-Fördergelder, die in von Abwanderung bedrohten Regionen bis zu 50 Prozent der Investition abdecken können.
  3. Vergleichen Sie Hypothekenkonditionen, da Banken von Nicht-Residenten oft eine höhere Anzahlung verlangen.
  4. Planen Sie ein Budget für unvorhergesehene Kosten während des Genehmigungsverfahrens ein.
  5. Denken Sie an die Gründung einer spanischen Gesellschaft mit beschränkter Haftung (Sociedad Limitada), wenn Sie mehrere Unterkünfte verwalten oder mit einem Partner zusammenarbeiten.
  6. Bestimmen Sie Ihre Preispolitik basierend auf Saison, Region und der Konkurrenz in der Umgebung.
  7. Stellen Sie bei Bedarf Personal für Reinigung und Instandhaltung ein und melden Sie diese ordnungsgemäß bei der Sozialversicherung an.
  8. Setzen Sie auf lokales Marketing: Viele Casas Rurales liegen abgelegen und benötigen eine eigene Vermarktungsstrategie.
  9. Erwägen Sie zusätzliche Einnahmen durch angebotene Ausflüge, den Verkauf lokaler Produkte oder Kooperationen mit Restaurants in der Nähe.
  10. Verfolgen Sie Änderungen der regionalen Vorschriften aufmerksam. Die Gesetzgebung ändert sich ständig, wie sich zeigte, als der Oberste Gerichtshof (Tribunal Supremo) das nationale Register für Ferienvermietungen aufhob und die Zuständigkeit vollständig an die Regionen zurückgab.

Fazit

Wer diese Punkte Schritt für Schritt durchgeht, vermeidet die meisten Fallstricke. Dennoch ist es ratsam, lokale Fachleute hinzuzuziehen: Die Unterschiede zwischen beispielsweise Andalusien, Kastilien und León sowie Galicien sind größer, als viele Gründer im Vorfeld annehmen.

Für diejenigen, die zunächst noch nach einer passenden Immobilie suchen, ist es gut, vorab zu wissen, was beim Immobilienkauf als Ausländer in Spanien zu beachten ist. Wenn Sie lieber als Selbstständiger starten möchten, ohne sofort Personal einzustellen, sollten Sie die Unterschiede zwischen dem spanischen Autónomo-System und dem System Ihres Heimatlandes genau studieren. Letztlich bestimmt die regionale Registrierungspflicht – und nicht die nationale –, ob Sie legal vermieten dürfen.

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