Ein Haus in Spanien kaufen: Selbst suchen oder einen erfahrenen Immobilienmakler beauftragen?
Wer heute eine Immobilie in Spanien kaufen möchte, beginnt die Suche oft auf eigene Faust. Über Immobilienportale, Google, soziale Medien und Makler-Websites steht ein riesiges Angebot zur Verfügung.
Aber ist die Suche auf eigene Faust wirklich der beste Weg, um am Ende die passende Immobilie zu finden?
Das hängt natürlich vom Käufer selbst ab, von seinen Kenntnissen über Spanien und seiner Erfahrung im Immobilienbereich. Dennoch kann die Begleitung durch einen erfahrenen lokalen Immobilienmakler einen erheblichen Mehrwert bieten.
Drei Wege zur Immobiliensuche in Spanien
Angenommen, drei Kaufinteressenten haben etwa das gleiche Budget und dieselben Wünsche. Der erste Käufer sucht komplett selbstständig. Der zweite arbeitet mit einem Makler zusammen, der über einige Jahre Erfahrung verfügt. Der dritte entscheidet sich für einen Makler mit mehr als zwanzig Jahren Erfahrung.
Alle drei können letztendlich eine geeignete Immobilie finden. Der Unterschied liegt jedoch vor allem darin, wie zielgerichtet sie suchen, wie viel Zeit sie benötigen und wie viel lokales Fachwissen sie während ihrer Suche nutzen können.
1. Eigenständige Suche ohne Immobilienmakler
Wer selbst sucht, hat heute Zugriff auf eine enorme Menge an Informationen.
Ein Kaufinteressent kann Dutzende oder Hunderte von Immobilien im Internet durchsehen und anschließend selbst Besichtigungen planen.
Das bietet Freiheit, bringt aber auch einen großen Nachteil mit sich: Fotos, Beschreibungen und Angebotspreise erzählen nicht die ganze Geschichte.
Ein Käufer, der Spanien und den lokalen Immobilienmarkt nicht gut kennt, kann nur schwer einschätzen, warum zwei Immobilien mit ähnlichem Preis dennoch einen völlig unterschiedlichen Wert oder eine andere Attraktivität besitzen können.
Nach zehn Besichtigungen kann sich zudem herausstellen, dass die Objekte nicht wirklich den ursprünglichen Erwartungen entsprechen.
Der Käufer beginnt möglicherweise, seine Kriterien anzupassen:
„Vielleicht brauche ich doch keinen Meerblick.“
„Vielleicht ist ein anderes Viertel auch gut.“
„Vielleicht sollte ich mein Budget erhöhen.“
Oder er stellt fest, dass die Immobilie, die er sich anfangs vorgestellt hatte, überhaupt nicht dem entspricht, was er eigentlich sucht.
Das ist nicht unbedingt ein Problem; im Gegenteil: Man kann dadurch viel über den Markt lernen. Es kann jedoch sehr viel Zeit kosten.
2. Ein Makler mit einigen Jahren Erfahrung
Ein Makler mit einigen Jahren Erfahrung kann die Suche bereits deutlich zielgerichteter gestalten.
Er kennt den Markt, hat Kontakte geknüpft und weiß, welche Objekte zu den Wünschen des Kunden passen könnten.
Bei zehn Besichtigungen entsprechen dadurch meist schon mehrere Immobilien besser dem ursprünglichen Suchprofil.
Dennoch ist Erfahrung im Immobilienbereich nicht nur eine Frage der Berufsjahre. Wichtig ist auch die Frage, welche Art von Erfahrung in diesen Jahren aufgebaut wurde.
Ein Makler, der seit vielen Jahren aktiv ist, hat in der Regel unterschiedlichste Situationen erlebt und dadurch einen breiteren Referenzrahmen entwickelt.
3. Ein Makler mit mehr als 20 Jahren Erfahrung
Bei einem Makler mit mehr als zwanzig Jahren Erfahrung kommt ein weiterer entscheidender Faktor hinzu: historische Marktkenntnis.
Ein solcher Makler hat nicht nur Aufschwungphasen am Immobilienmarkt miterlebt, sondern auch schwierige Zeiten, Wirtschaftskrisen, Veränderungen von Angebot und Nachfrage sowie verschiedene Immobilienzyklen.
Das ermöglicht eine andere Perspektive auf den Markt.
Er kennt nicht nur die Region, sondern oft auch die einzelnen Städte, Viertel und Wohnanlagen (Urbanisationen) innerhalb dieser Region.
Und dieses Wissen kann für einen Käufer von unschätzbarem Wert sein.
Nicht nur die Costa del Sol
Wer an Spanien denkt, hat vielleicht sofort die Costa del Sol im Kopf. Spanien besitzt jedoch viele unterschiedliche Immobilienmärkte.
Ein erfahrener Makler verfügt beispielsweise über Kenntnisse der Costa del Sol, der Costa Blanca Nord, der Costa Blanca Süd und der Costa Cálida.
Innerhalb jeder Region gibt es zudem große Unterschiede zwischen Gemeinden, Stadtvierteln und Urbanisationen.
Ein Ort, der auf der Karte nur wenige Kilometer von einem anderen entfernt liegt, kann in der Praxis ein völlig anderes Wohnumfeld bieten.
Dabei spielen unter anderem Erreichbarkeit, Infrastruktur, Lebensstil, Tourismus, Vermietbarkeit, internationale Schulen und die Bevölkerungsstruktur eine Rolle.
Auch Nationalitäten und das Wohnumfeld können wichtig sein
Für manche Käufer ist es wichtig zu wissen, welche internationalen Gemeinschaften in einem bestimmten Umfeld vertreten sind.
Ein Käufer, der beispielsweise vor allem ein ruhiges Domizil für den dauerhaften Wohnsitz sucht, hat andere Prioritäten als jemand, der eine Ferienimmobilie oder eine Kapitalanlage zur Vermietung sucht.
Deshalb sollte ein Makler nicht nur fragen:
„Was für eine Immobilie suchen Sie?“
Sondern auch:
„Warum möchten Sie in Spanien kaufen und wie möchten Sie dort leben?“
Das kann den Verlauf der Suche erheblich verändern.
Der Mehrwert liegt nicht darin, mehr Immobilien zu besichtigen
Ein häufiger Irrtum besteht in der Annahme, ein guter Makler müsse vor allem möglichst viele Objekte zeigen können.
Unserer Ansicht nach verhält es sich genau umgekehrt.
Die Qualität der Auswahl ist wichtiger als die Anzahl der Besichtigungen.
Ein erfahrener Makler kann manchmal schon vor einer Besichtigung darauf hinweisen, dass ein bestimmtes Objekt vermutlich weniger geeignet ist.
Umgekehrt kann er eine Immobilie empfehlen, die der Käufer zunächst vielleicht nicht in Betracht gezogen hätte.
Das Ziel ist nicht, zehn Immobilien zu zeigen, die zufällig verfügbar sind.
Das Ziel ist es, Objekte auszuwählen, die den Wünschen, dem Budget und den Zukunftsplänen des Käufers so nahe wie möglich kommen.
Und was kostet die Begleitung durch einen Makler?
In Spanien wird die Maklerprovision häufig vom Verkäufer gezahlt, wenn der Makler im Auftrag des Verkäufers handelt. Die konkreten Vereinbarungen und Provisionssätze können jedoch variieren und sollten vorab klar besprochen werden.
In Fällen, in denen der Verkäufer den Makler vergütet, kann ein Käufer oft professionelle Unterstützung in Anspruch nehmen, ohne eine separate Provision an diesen Makler zahlen zu müssen.
Daher lohnt es sich, den Mehrwert eines Maklers nicht nur unter Kostenaspekten zu betrachten.
Die entscheidende Frage lautet letztlich:
Welchen Wert fügt der Makler Ihrer Suche und Ihrem Kaufprozess hinzu?
Erfahrung ist wichtig, aber nicht alles
Mehr als zwanzig Jahre Erfahrung sind für sich genommen noch keine Garantie für einen guten Service.
Auch andere Faktoren sind entscheidend:
Hört der Makler dem Kunden wirklich zu?
Kennt er den lokalen Markt?
Ist er transparent?
Ist er gut erreichbar?
Verfügt er über nachweisbare Erfolge?
Kennt er die verschiedenen Viertel und Urbanisationen?
Kann er den Kunden auch nach dem Kauf weiter betreuen?
Arbeitet er professionell und sorgfältig?
Ein guter Makler muss auch bereit sein zu sagen, wenn ein Objekt seiner Meinung nach nicht optimal zum Kunden passt.
Eigenständige Suche ist möglich, aber Fachberatung spart Zeit
Jeder Käufer kann heute selbstständig nach Immobilien in Spanien suchen.
Das ist positiv und bietet Interessenten große Freiheit.
Bei einer so bedeutenden Investition kann lokales Fachwissen jedoch den entscheidenden Unterschied machen.
Ein erfahrener Immobilienmakler hilft dabei, die enorme Menge an verfügbaren Informationen auf eine Auswahl zu reduzieren, die den tatsächlichen Bedürfnissen des Käufers am besten entspricht.
Am Ende geht es nicht darum, so viele Objekte wie möglich zu besichtigen.
Es geht darum, die Immobilie zu finden, die optimal zu Ihren Wünschen, Ihrem Budget, Ihrem Lebensstil und Ihren Zukunftsplänen passt.
Deshalb lautet die wichtigste Frage vielleicht nicht:
„Brauche ich einen Immobilienmakler?“
Sondern vielmehr:
„Welcher Immobilienmakler besitzt die Erfahrung und die lokalen Marktkenntnisse, um mich beim Kauf meiner Immobilie in Spanien bestmöglich zu begleiten?“