DER KAMPF GEGEN DAS SPANISCHE KABELCHAOS
Oberirdische Kabel in Spanien
Wer durch spanische Dörfer wandert, sieht sie überall: kreuz und quer verlaufende Kabelbündel, die historische Fassaden verunstalten. Was einst eine schnelle und billige Lösung für Strom und Telekommunikation war, ist heute vielen Gemeinden ein Dorn im Auge. Die lokalen Behörden wollen diese „visuelle Verschmutzung“ angehen, indem sie Kabel unter die Erde verlegen oder ordentlich verkleiden, stoßen dabei jedoch auf ein technisches und finanzielles Labyrinth.
Das Problem ist tief verwurzelt: Jahrelang zogen Versorgungsunternehmen unkoordiniert ihre eigenen Leitungen, sodass niemand mehr das vielschichtige Netz vollständig im Blick hat. Zudem kollidieren Eigentumsrechte, hohe Sanierungskosten und alte Gewohnheiten miteinander. Während Kabel in Belgien und den Niederlanden bereits seit Jahrzehnten weitgehend unterirdisch liegen, bleibt die spanische Modernisierung ein langsamer Prozess. Die große Frage bleibt: Wer kommt für die enormen Kosten auf, um dieses ikonische, aber unordentliche Straßenbild zu bereinigen?